Nie mehr krank! Atem- und Kältetraining


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„Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt,
muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.“
Sebastian Kneipp

Gottseidank bin ich ein recht gesunder Mensch. Früher bekam ich höchstens einmal jährlich eine Erkältungskrankheit. Die kurierte ich zu Hause aus. Bettruhe, Tees, Hausmittel reichten normalerweise völlig. Einen Arzt brauchte ich nicht.

Im November 2019 war es plötzlich anders. Aus Schnupfen wurde Husten, ich fühlte mich schwach und blieb ein paar Tage im Bett. Doch das Übel war ungewöhnlich hartnäckig, nach drei Wochen war ich immer noch nicht gesund!

Ich machte mir Sorgen: War etwa mein Immunsystem nun mit Mitte 50 schwächer geworden? Musste ich mich ab jetzt auf häufigere und längere Krankheiten einstellen?

Da beschloss ich, den Dauerhusten als eine Art Weckruf zu verstehen. Er sollte mich wohl inspirieren, etwas in meinem Leben zu verändern! Ab sofort würde ich mich aktiv um die Stärkung meines Immunsystems kümmern!

Als erstes setzte ich mich an den Computer und googelte den Satz „Nie mehr krank“. Etwas naiv, aber genau das war mein Ziel!

Nun las ich erstmals von Wim Hof, einem exzentrischen Holländer der unter dem Namen „Iceman“ zu Weltruhm gelangte. Er lehrt eine Methode die aus Kältetraining, Atemtechniken und mentalem Fokus besteht.

Zudem stieß ich auf die gut 130 Jahre alten Bücher des Pfarrers Sebastian Kneipp und verschiedene Yoga-Lehren, die mit Körper- und Atemübungen das Immunsystem stärken.

Gesagt, getan

Noch während der Husten andauerte und ich mich krank fühlte, startete ich mit den Atemübungen. Mit Kältetraining musste ich ungeduldig warten, bis die Erkältung abgeklungen war.

Schließlich begann ich mit Duschtraining, das ich später noch genauer erkläre. Am Anfang kostete das Überwindung, aber schnell wurde die Lust an der Kälte wach. Mit wachsender Leidenschaft begann ich meine Grenzen auszuloten und zu erweitern. Seit Dezember 2019 dusche ich nur noch kalt – bis heute. Im Winter bedeutet das bei uns eine Wassertemperatur von unter 8 Grad. Nun begann ich die Dauer der Dusche auszudehnen. Erst eine Minute bis hin zu drei.

Beim Kontakt mit kaltem Wasser wollte der Körper zuerst mit Panik reagieren und mich zur Flucht veranlassen. Aber ich behielt die Führung und zwang mich langsam, tief und ruhig zu atmen.
Bald schon drehte mein Körper die innere Heizung auf. Zuvor, als ich noch heiß duschte, war ich danach immer fröstelnd im Badezimmer gestanden. Aber jetzt nach der Kalten Dusche wurde mir sofort warm, sobald ich das Wasser abdrehte.

Mein erstes echtes Eisbad wollte ich vorsichtshalber nicht alleine wagen. Glücklicherweise fand ich eine kleine, nette Eisbade-Community in der Nähe. www.eisbaden.at
Nach einer gemeinsamen Atemübung erlebte ich das erste Kältebad in der Gruppe. Seither ist Eisbaden eines meiner liebsten Hobbies, dem ich praktisch täglich fröne.

Eisbad: Vorzüge und Wirkung

Kältetraining hat längst Einzug in die Welt des Profisportes gehalten. Nach intensiven Trainingseinheiten setzen Top-Athleten ihren Leib der Kälte aus. Dadurch erholen sich die Muskeln deutlich schneller und es gibt weniger Muskelkater. Der Athlet ist nach kürzerer Pause wieder bereit für die nächste Trainingseinheit.

Diese Prozedur reduziert Entzündungen deutlich. Durchblutung und Stoffwechsel kommen in Schwung. Mentale Stärke und Kräftigung des Körpers gehen beim Eisbaden Hand in Hand. Während die Kälte anfangs als unbezwingbarer Gegner scheint, entpuppt sie sich mit der Zeit als Freund und Kraftquelle.

Wir erleben, wie eine einfache, klare Entscheidung das möglich macht, was uns zuvor völlig unmöglich erschienen war. Am Anfang steht also die Entscheidung, gefolgt von langsam steigendem Training.

Tasten wir uns allmählich an die Kälte heran, entdecken wir eine beachtliche Flexibilität unserer Grenzen. Und haben wir uns erst einmal daran gewöhnt, wird das Eisbad zum prickelnden Genuss!

Was genau geschieht beim Eisbaden?

Wenn wir den Körper in eiskaltes Wasser tauchen, vermutet er augenblicklich akute Lebensgefahr. Um die Vitalfunktionen aufrecht zu erhalten, benötigt er eine gewisse Mindesttemperatur im Rumpf. Sofort ziehen sich die Blutgefäße in den Extremitäten (Hände und Füße) zusammen, um möglichst wenig abgekühltes Blut von dort zum Körperzentrum zu befördern. Der Stoffwechsel wird reduziert.

Am Anfang produziert der Körper empfindlichen Schmerz und Panikgefühle. Damit will er uns zum sofortigen Verlassen des Wassers animieren. Indem wir uns aber zwingen ruhig weiter zu atmen und den Geist zu entspannen, verändert sich die Situation allmählich. Erkennt der Körper, dass die Lage unter Kontrolle ist, lässt er wieder etwas mehr Blut in Arme und Beine fließen und das Schmerzempfinden verringert sich deutlich. Somit können wir nach etwa einer Minute im kalten Wasser das Bad viel entspannter genießen.

Allerdings sollten wir nicht übertreiben. Anfänger verlassen das Wasser spätestens nach zwei bis drei Minuten. Für den Fall von Krämpfen, Schwindel oder Ohnmacht sind Sicherheitsvorkehrungen unverzichtbar. Ein Kältebad soll nur von gesunden Menschen und immer an ungefährlichen Stellen und in Begleitung genossen werden!

Nach dem Eisbad erweitern sich die Blutgefäße und der Körper produziert so viel Wärme wie möglich. Das trainiert die feinen Kapillargefäße, wovon vor allem Personen mit Durchblutungsstörungen profitieren. Wer häufig an kalten Händen und Füßen leidet, wird dieses Problem bald nicht mehr kennen!

Weitere Vorteile von regelmäßigem Kältetraining

– Gesteigerte Leistungsfähigkeit
– Verbessertes Immunsystem
– Man fühlt sich wacher, frischer und energiegeladen
– Weniger Entzündungen in Muskeln und im ganzen Körper
– Lindert chronische Schmerzen
– Aktiviert die Selbstheilungskräfte
– Bessere Durchblutung
– Verbessert den Zustand der Haut
– Mehr mentale Power
– Weniger Stress, mehr Stressresistenz
– Hebt die Stimmung
– Unterstützt einen ausgeglichenen Hormonhaushalt

Achtung: Nur gesunde Menschen sollen sich der Kälte aussetzen und den Körper allmählich und achtsam daran gewöhnen!

Nach der Kälte braucht der Körper enorm viel Energie um sich wieder zu erwärmen. Daraus ergibt sich ein beträchtliches Potential für Gewichtsabnahme. Allerdings steigt auch das Hungergefühl. Wer abnehmen möchte, sollte also dem zusätzlichen Appetit widerstehen.

Nach der Kälte ziehe ich mich gerne besonders warm an. Auch aktive Körperübungen helfen mir wieder warm zu werden. Wer eine Sauna oder Infrarotkabine zur Verfügung hat, kann auch das genießen.

Braunes Fett

Normalerweise legt unser Körper seine Energiereserven in Form von weißem Fett an, das aus großen, trägen Fettzellen besteht. Regelmäßiges Kältetraining führt zur Bildung einer kleinen Menge an braunem Fettgewebe, um besonders sensible Organe zu schützen. Es kommt normalerweise nur in den Körpern von Babies vor. Braunes Fett besteht aus kleineren Zellen mit einem großen Anteil an Energiespendern, den sogenannten Mitochondrien. Diese Zellkraftwerke bilden die bräunliche Färbung und produzieren eine Menge an Energie. Sie halten uns besonders warm. Braunes Fettgewebe steigert den gesamten Energieumsatz des Körpers. Es macht uns kälteresistenter und weniger anfällig für Übergewicht.

Wie startet man?

Auf jeden Fall in kleinen Schritten! Muten Sie Ihrem Körper nicht gleich allzuviel zu. Körper und Geist wollen gut vorbereitet sein. Am Besten starten Sie mit etwas Kälte in der täglichen Dusche. Zuerst die gewohnte warme Dusche. Am Ende folgt dann ein kalter Guss auf Armen und Beinen. Jeden Tag! Das Gefühl danach ist von Anfang an herrlich und macht Lust auf mehr! Dehnen Sie den kalten Abschluss allmählich aus. Längere Dauer und ein größerer Teil des Körpers. Nach einigen Tagen oder Wochen werden Sie wohl Lust auf eine 100% kalte Dusche bekommen – ohne warmes Vorspiel. Dann sind sie auch bereit für das erste Eisbad im Freien!

Hände und Füße sind besonders empfindlich. Eine große Schüssel oder ein Eimer mit genügend kaltem Wasser und vielen Eiswürfeln erweist sich als das perfekte Trainingsgerät. Je einen Fuß oder eine Hand hinein geben und so lange verweilen wie es erträglich ist. Wie bei der Dusche auch, liegt der Schlüssel zum Erfolg in der ruhigen Atmung und dem Fokus auf Entspannung. Steigern Sie die Dauer der Anwendung allmählich.

Atem: das stille Erfolgsgeheimnis

Wenn ich vom Eisbaden erzähle oder Bilder zeige komme ich richtig ins Schwärmen. Die Kraft der Kälte hat mich in ihren Bann gezogen. Baden im Eiswasser ist auch eine echte Show! Die Betrachter reagieren fasziniert, von Kopfschütteln bis Bewunderung.

Aber Atemübungen interessieren kaum jemanden. Dabei ist der Atem wohl unser wichtigstes Werkzeug für mehr Gesundheit und Power. Atemübungen haben mein Leben noch stärker verändert, als der Flirt mit der Kälte.

Die kontrollierte Hyperventilation gepaart mit langem Luft-Anhalten verändert unsere Körper-Chemie und hat erhebliche Auswirkungen auf das Gehirn, den Stoffwechsel, Hormonhaushalt und viele andere Prozesse im Körper. Aber der Hauptgrund, warum ich das Atmen so liebe, ist der deutliche Wohlfühl-Effekt. Nach einer guten Atem-Session fühle ich mich stundenlang rundum wohl, oft regelrecht euphorisch! „High on your own supply“ nennt das mein Atem- und Kältetrainer Daniel Fetz. Seine geführten Atemübungen finden Sie auf www.atemfitness.at

Atemtechnik – einfach umwerfend

Wichtig: Üben Sie immer an einem sicheren Ort, auf der Couch liegend oder im Sitzen. Keinesfalls im Wasser oder beim Autofahren üben, denn man kann dabei benommen werden. In extrem seltenen Fällen sogar ohnmächtig!

  • Angenehme Position einnehmen und den Körper total entspannen.
  • 30 bis 40 mal ganz tief einatmen, zuerst den Bauch dann die Brust maximal mit Luft füllen und die Luft wieder loslassen (nicht aktiv die Lunge leeren). Wählen Sie einen eher schnellen Atem-Rhythmus, Sie dürfen sich dabei etwas anstrengen, aber nicht übertreiben. Wenn Sie ein Kribbeln in den Fingern und anderen Bereichen spüren, ist das in Ordnung. Die letzten beiden tiefen Atemzüge machen Sie langsamer und entspannter.
  • Nach dem Loslassen des letzten tiefen Atems halten Sie die Luft mit beinahe leerer Lunge an. Dabei entspannen Sie total und genießen diesen stillen Zustand. Der Körper ist nun maximal mit Sauerstoff gesättigt und hat CO2 ausgeschieden, deshalb kommt der Atemreflex später als gewöhnlich. Wenn der Atemreflex einsetzt, können Sie noch ein wenig zuwarten bis er stärker wird. Aber quälen Sie sich damit nicht – die Übung soll angenehm bleiben!
  • Schließlich nehmen Sie einen tiefen Atemzug und pressen die Luft für etwa 20 Sekunden in den Kopf, dann ausatmen und entspannen. Das war die erste Runde. Sie können noch zwei oder mehrere Runden folgen lassen.

Angeleitete Atemsessions mit Erklärungen und Musik finden Sie unter www.atemfitness.at

Ich bin sicher, Atmen und Kälte werden Ihr Leben bereichern!
Viel Freude dabei!

Diesen Blog-Artikel gibt es auch als Vortrag auf YouTube mit anschaulichem Filmmaterial.

Markus Forster

Schon seit jungen Jahren ist Markus sehr naturverbunden und begeistert sich für Aromatherapie. 1996 wagte er den Sprung ins kalte Wasser und gründete seine eigene Firma, die anfangs nur kostbare ätherische Öle und heute vor allem reine, natürliche Hautpflege produziert. Mit der Überzeugung, nur Zutaten auf die Haut zu lassen, die auch gesund zu essen wären, stellt Ambient die wahrscheinlich konsequenteste Naturkosmetik der Welt her. In seiner Freizeit verbringt Markus so viel Zeit wie möglich in der Natur mit Kräuter sammeln, Wandern, Bergsteigen und Klettern.

One thought on “Nie mehr krank! Atem- und Kältetraining”

  1. Lieber Markus, schon über Wochen verfolge ich deine Kältebäder auf Facebook und bewundere das sehr. Die Freundin meines Sohnes und auch ihre Mutter machen die Kältebäder nach Wim Hof auch. Sie wohnen in Augsburg und ganz in der Nähe fliesst der Eiskanal. Da springt die Lea morgens rein und schwimmt sogar ein paar 100 Meter. Ich habe auch wieder begonnen mit kalten Duschen, was ich schon jahrelang nicht gemacht habe. Bisher war ich nur nach der Sauna im eiskalten Kochelsee, aber was für eine Wonne.

    Herzliche Grüsse,
    BeTE

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